Blog
16
05
2018

1:13.08 lief Hans Gulyas (504) noch 1983 beim Halbmarathon in Heidelberg trotz bergigem Kurs, Kopfsteinpflaster in der Innenstadt und Hüftproblemen, die leider nicht mehr verschwanden. - Foto: Marathon Karlsruhe e.V.

Laufsportlegende aus Baden – HANS GULYAS – RunRegio stellt vor (1)

By GRR 0

Aus der Broschüre „runregio“ – „Laufen in der Region Karlsruhe – Stuttgart – Offenburg – Südpfalz – Rhein-Neckar“ – übernehmen wir wieder (wie 2017) interessante Beiträge aus dem vollen Läuferleben, Portraits aus der Laufszene u.a.m. Den Herausgebern „Marathon Karlsruhe e.V.“ – danken wir für die freundliche Überlassung.

Horst Milde

» Eine Zielzeit von 2:16:56 Stunden über 42,195 km ist für die meisten Marathonläufer ein unrealistischer Traum. Nicht so für Hans Gulyas. Die badische Laufsportlegende lief bei den deutschen Marathonmeisterschaften 1977 in Berlin damit seine persönliche Bestzeit.

Daraufhin erhielt Gulyas seinen Spitznamen „Rennpferd“, obwohl er den damaligen Sieger Günther Mielke (2:15:18 h) nicht mehr einholen konnte.

Eigentlich hätte er auch Deutscher Meister werden können, erklärt er. „Es war mein Tag. Ich war topfit und bin zum Ende hin immer schneller geworden“, erinnert er sich. „Aber er hat es sich nicht getraut, früher anzuziehen“, ergänzt seine Frau Rosa, die er beim Berlin-Marathon kennengelernt hatte. Damals vor 40 Jahren eröffnete er zudem das erste Laufschuhgeschäft in Karlsruhe und gilt seither vielen als „Laufschuhpapst“.

Bereits mit 23 Jahren begann der heute 68-jährige Gulyas das Marathonlaufen.

Nachdem er ohne Training die 1000 Meter bereits in drei Minuten gelaufen war, wurde schnell klar, dass er für das Laufen reichlich Talent besaß. Zudem konnte er dafür eine große Leidenschaft entwickeln. Schließlich braucht man zum Laufen nur „Wille, Weg und Laufschuhe“.

Kaum einen Titel ließ er aus: Kreismeister, badischer Meister und eben Vierter bei den damals – im Vergleich zu heute – sehr stark besetzten deutschen Marathon-Meisterschaften. Den ersten Rot-Kreuz Marathon in Karlsruhe bewältigte er als Sechster in 2:35:14 h.

Auch wenn er das Laufen vor der „Haustüre“ in Karlsruhe genossen hatte, die beiden Siege beim Schwarzwaldmarathon in Bräunlingen zählen zu seinen „schönsten Marathonerlebnissen“. 1974 lief er den damaligen Streckenrekord von 2:26:58 Stunden, einer „meiner größten Erfolge“. „Auch den Jungfrau-Marathon in Interlaken habe ich gemocht. Trotz Arthrose bin ich in fünf Stunden angekommen“, erzählt er stolz über den Lauf mit 1829 Höhenmetern. Starke Hüftprobleme zwangen ihn jedoch, das Marathon-Laufen aufzugeben. 2006 lief er zum letzten Mal die 42,2 km in Dresden. „Ich bin ins Ziel gehumpelt, aber ich habe es geschafft“, sagt Gulyas und ergänzt schmunzelnd: „Bei Kilometer 35 habe ich noch ein Bier getrunken.“

Heute absolvieren er und seine Frau nur noch Gesundheitsläufe und machen Aqua-Jogging. „Immerhin haben wir nicht mit Laufen aufgehört“, schmunzeln sie und haben „viele schöne Erinnerungen an wunderschöne Marathon-Läufe“ in und außerhalb Karlsruhes.

Michaela Anderer in RunRegio  

Die Quelle: RunRegio 2018:

http://laufeninderregion.de/runregio-2018 

 

 

author: GRR