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30
05
2018

Gemessen an den Teilnehmerzahlen des Vorjahres ist das Laufjahr 2018 derzeit zu etwa einem Viertel gelaufen. - Foto: Laufmarkt

Der Laufmarkt Newsletter Mai 2018 – Schwäche ist auf allen Distanzen festzustellen – Dr. Roland Döhrn

By GRR 0

Gemessen an den Teilnehmerzahlen des Vorjahres ist das Laufjahr 2018 derzeit zu etwa einem Viertel gelaufen. Insgesamt gesehen ist die Bilanz dabei eher bescheiden.

Nach einem außerordentlich guten Start brachte der März einen deutlichen Einbruch, von dem sich der Markt noch nicht ganz erholt hat.

Stand 22. Mai war der Marktindex noch mit 0,3% im Minus. Das ist zwar nicht dramatisch und kann noch aufgeholt werden, es zeigt aber, dass die Zeiten stetig wachsender Teilnehmerzahlen wohl vorüber sind.

Die Schwäche ist auf allen Distanzen festzustellen. Besonders ausgeprägt ist sie wieder einmal beim Marathon.

Zwar gab es hier den einen oder anderen Gewinner, so – wie schon seit einigen Jahren – der Hannover-Marathon und – wohl dank der zeitgleich ausgetragenen Deutschen Meisterschaften – der Marathon Düsseldorf.

Der Marathon Hamburg, der größte unter den Frühjahrsmarathons, konnte aber gerade ebenso eine fünfstellige Teilnehmerzahl behaupten.

Stark gebeutelt wurden wieder mal die Marathon-Läufe mittlerer Größe – wobei ich von Wettkämpfen im Bereich zwischen 300 und 1000 Teilnehmern spreche. Sie verloren fast durchgängig. Wie schwierig die Lage in diesem Bereich ist, wird deutlich, wenn man die Teilnehmerzahlen heute mit denen vor zehn Jahren vergleicht.

Einzig der Marathon Deutsche Weinstraße konnte die Teilnehmerzahl leicht steigern und der Leipzig-Marathon diese in etwa halten. Die anderen sind noch gut bedient, wenn sie eine Einbuße von „nur“ 20% erlitten haben, bei vielen beträgt das Minus 60%, beim Dämmer-Marathon Mannheim sogar fast 70%.

Die seit Jahren beobachtete Tendenz, dass sich das Marathon-Geschehen auf immer weniger
Veranstaltungen konzentriert, scheint sich fortzusetzen.

Dazu passt auch, dass zwei Traditionsläufe – der Hunsrück-Marathon und der Iller-Marathon – zumindest für 2018 abgesagt wurden.

Auch beim Halbmarathon überwiegen – zumindest bei den größten bisher ausgetragenen – die Minuszeichen bei der Teilnehmerentwicklung.

Zumeist sind die Rückgänge nicht dramatisch, sie erreichen aber bis zu 10%. Ein Plus findet man nur in Hannover, in Leipzig und (ein sehr kleines) in Bonn. Gerettet wird die Bilanz allerdings durch den erstmals ausgetragenen Halbmarathon im Rahmen des Hamburg Marathons und einige gute Zuwächse bei Läufen „aus der zweiten Reihe“.

Beim Halbmarathon besitzen diese Ergebnisse – anders als beim Marathon – bereits eine große Bedeutung für die Jahresbilanz. Etwas 40% der in der Datenbank erfassten Teilnehmer sind bereits registriert.

Beim Zehner ist das Bild bisher etwas gemischter.

Einen großen Sprung nach vorne machte der S25 in Berlin, der von dem im Rahmen der Veranstaltung ausgetragenen Sparkassen-Marathon profitierte und erstmals mehr als 4000 Finisher auf der 10km-Distanz zählte. Auch der beim Hannover-Marathon ausgetragene Zehner hatte erstmals mehr als 4000 Finisher.

Getragen war die Teilnehmerentwicklung bei den Laufwettbewerben in den vergangenen Jahren stark
durch die Firmenläufe. Auf sie entfielen – nach einigen Erweiterungen der Datenbank – im Jahr 2017
knapp ein Drittel der in der Datenbank erfassten Laufteilnehmer. Aber auch sie schwächeln bisher in
diesem Jahr.

Das Plus bei den bisher ausgetragenen Läufen mit zusammen immerhin fast 80.000 Finishern betrug gerade einmal 1,8%. Allerdings zeichnet hier meine Analyse wahrscheinlich ein etwas zu ungünstiges Bild, da immer noch neue Läufe entstehen, die in der Regel noch nicht in der Datenbank
enthalten sind.

Dr. Roland Döhrn

http://www.laufmarkt.de/

 

author: GRR