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10
03
2019

DM Cross 2019 in Ingolstadt - Amanal Petros (1225) vor Samuel Fitwi (1212) und Richard Ringer (1218) - Foto: Wilfried Raatz

Richard Ringer überragt die Meisterschaftsrennen der DM Cross 2019 in Ingolstadt – Elena Burkhard wird ihrer Favoritenrolle gerecht – Wilfried Raatz berichtet

By GRR 0

Der Neu-Rehlinger gewinnt Double mit den Titel auf der Mittel- und Langstrecke – Packendes Spurtfinale gegen Amanal Petros hauchdünn entschieden – Anna Gehring nach starkem Rennen auf Rang zwei vor Caterina Granz – Ingolstadt eine starke Adresse im deutschen Crosslauf

Richard Ringer mit seinem Doppelsieg auf der Mittel- und Langstrecke und Elena Burkhard als dominierende Läuferin bei den Frauen waren die überragenden Läufer bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Ingolstadt 2019.

Bis allerdings die Siege allerdings feststanden, dafür hatten beide ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, denn Florian Orth auf der Mittelstrecke, Amanal Petros und Samuel Fitwi auf der Langstrecke und Anna Gehring leisteten starken Widerstand und gaben erst in der Schlussphase „klein bei“.

Besonders spannend machte es Amanal Petros auf der über 10.000 Meter führenden Langstrecke, denn erst auf Ziellinie gab sich der Neu-Wattenscheider um eine Zehntelsekunde geschlagen. Damit war das Double für Richard Ringer perfekt, das erste übrigens in der jüngeren Geschichte von Deutschen Crossmeisterschaften.

Es war der erwartete Showdown, der sich auf dem finalen Langstreckenrennen abspielte. Eine Dreiergruppe mit eben Richard Ringer, dem stets um das Tempo bemühten Amala Petros und den U23-Cross-EM-Zweiten Samuel Fitwi drückten derart auf das Tempo, dass die Verfolger mit dem grippegeschwächten Titelverteidiger Philipp Pflieger und dem starken Kilian Schreiner diese Lücke nicht mehr schließen konnten.

Eingangs der finalen von 10 Runden fiel zunächst Samuel Fitwi zurück, in einem packenden Finale lag Richard Ringer mit 32:03 Minuten hauchdünn vor Amanal Petros (32:04). Mit 32:13 folgte Samuel Fitwi auf Rang drei. Bei Zeitgleichheit von 33:08 wurde letztlich Philipp Pflieger Vierter.

Das beste Team stellte einmal mehr die LG Telis Finanz Regensburg mit 23 Punkten vor der LG Braunschweig (43).

Vier Stunden zuvor gab Richard Ringer auf der 4,1 km langen Mittelstrecke schon eine überzeugende Kostprobe seiner aktuellen Verfassung, in der er hoffnungsvoll auf sein Halbmarathondebüt in Berlin blicken kann. In der Schlußrunde zog Richard Ringer das Tempo hoch und konnte mit Florian Orth seinen einzig noch verbliebenen Konkurrenten abschütteln. Mit 12:33 Minuten lag Richard Ringer, inzwischen zum saarländischen LC Rehlingen gewechselt, neun Sekunden vor Florian Orth, dem sicherlich noch die beiden 3000 m-Rennen bei den Hallen-Europameisterschaften in den Beinen steckten.

Dahinter folgte mit Konstantin Wedel (12:45), Simon Boch (12:55) und Tim Ramdane Cherif (12:59) gleich eine ganze Armada von der LG Telis Finanz Regensburg, sodass auch hier der Mannschaftstitel sehr zur Freude von Cheftrainer Kurt Ring mit 9 Punkten an die Domstädter ging, die LG Region Karlsruhe wurde Zweiter (24.).

Im gemeinsamen Rennen der Frauen und U23-Juniorinnen wußte sich nach zwei Runden mit der Titelverteidigerin Elena Burkard, der U23-Cross-EM-Zweiten Anna Gehring, Caterina Granz, Deborah Schöneborn und Miriam Dattke eine kleine Gruppe von Mitfavoriten zusammen mit der von Beginn an das Tempo bestimmenden Elena Burkard abzusetzen.

Während alle anderen dem Tempodiktat Tribut zollen mussten, blieb Anna Gehring der Nordschwarzwälderin nicht auf den Fersen. Erst in der letzten von fünf Runden gab es hier auch eine Entscheidung zugunsten der Vorjahresmeisterin, die im Ziel mit 17:29 Minuten zwölf Sekunden Vorsprung auf Anna Gehring hatte.

Die ebenfalls in Glasgow startende Caterina Granz wurde in 18:09 Dritte vor Deborah Schöneborn, ihrer Berliner Teamkollegin bei der LG Nord, die damit ihren im Vorjahr in Ohrdruf gewonnenen Titel mit 16 Punkten erfolgreich verteidigen konnten.

Da Miriam Dattke ihrem angeschlagenen Starttempo doch etwas Tribut zollen musste, wurde es um den U23-Titel doch noch einmal richtig eng, denn die letztjährige U20-Jugendmeisterin Lisa Oed folgte nur vier Sekunden hinter der Regensburgerin auf Rang zwei.

Jens Mergenthaler gewann mit einer starken Präsentation den U23-Wettbewerb über 7000 m mit 26 Sekunden Vorsprung auf Lukas Eisele, der damit wie im Vorjahr Vizemeister wurde. Der letztjährige U20-Meister Nick Jäger debütierte im U23-Wettbewerb als Dritter. Mit überzeugenden Vorstellungen setzte sich bei den U20-Wettbewerben der Berglaufspezialist Dominik Müller über 6,1 km ebenso sicher durch wie Paula Schneiders mit 32 bzw. 8 Sekunden Vorsprung.

Bis auf wenige Minuten Regen gegen Ende des finalen Langstreckenrennens waren die Rahmenbedingungen durchaus, wenngleich teilweise starker Wind doch recht hinderlich wurde.

Kurze Wege und eine zügig durchgeführte Siegerehrung rundeten das durchweg positive Gesamtbild der Titelkämpfe statt, die übrigens zehn Jahre zuvor schon einmal an gleicher Stelle ausgetragen wurden.

Wilfried Raatz

 

author: GRR