Blog
16
05
2019

WHEW100 2019 - Foto: Wolf Birke

Vier Jahreszeiten beim WHEW 2019 – Über 170 Finisher über die 100 Kilometer-Einzeldistanz

By GRR 0

„Wettertechnisch hätte der Tag für die Ultraläufer der  100-Kilometermarathon besser starten können. Gerade einmal zwei Grad  zeigte das Thermometer um 7 Uhr morgens an.

Dazu setzte plötzlich auch noch Schneeregen ein. Doch wer sich der Herausforderung eines
Ultramarathons über die unglaubliche Distanz von 100 Kilometern stellt,  den können auch solche Rahmenbedingungen kaum aufhalten. Und so machte  sich ein eindrucksvolles Feld von fast 500 Läufern, 250 Einzelstartern  und noch einmal eine ähnliche Anzahl an Läufern in den Staffeln, auf den
Weg:

Einmal zur Ruhr und wieder zurück.

Dass die Läufer auch in diesem Jahr schnell unterwegs sein würden,  zeigte sich schon auf den ersten Kilometern: In unter 2 Stunden  passierte die Spitze der Einzelstarter die 25-Kilometermarke in Velbert.
Doch Kenner wissen: Ein 100-Kilometerlauf wird erst auf den zweiten  50-Kilometern entschieden. Und so arbeitete sich ein Läufer von Position  sechs stetig nach vorne: Georg Schützka aus Weinböhla bei Dresden hatte  sich bei seinem ersten Start über die 100-Kilometer eine Zeit unter 9  Stunden vorgenommen.

WHEW 100 2019 – Foto: Wolf Birke

Am Ende wurde es eine Punktlandung: Über den  schnellen Asphalt der Nordbahntrasse gab Schützka auf den letzten 10  Kilometern nochmal ordentlich Schub und schaffte es in 7:59:26 ganz  knapp nicht nur unter die Neun- sogar unter die Acht-Stunden-Marke.

Während der Sieger damit deutlich über dem Streckenrekord von Falko  Gallenkamp aus dem Jahr 2017 (7:31:35) blieb, deutete bei den Frauen  schon früh eine neue Bestmarke für den 100-Kilometer Rundkurs an. Die  Chancen standen bestens, denn mit Simone Durry hatte sich eine  ambitionierte und erfahrene Ultraläuferin für die Langdistanz  angemeldet. Die Neusserin hatte bereits in den vergangenen Jahren beim  WHEW durch exzellente Zeiten geglänzt und im Winter bei einem  Indoor-Rennen über 24 Stunden fast 230 Kilometer zurückgelegt.

Am Ende hatte Durry ein wenig am langen Anstieg zum Tunnel Schee zu  kämpfen, den Streckenrekord und den Sieg bei den Frauen sicherte sie  sich dennoch souverän: 9:08:18 sind eine echte Hausnummer für die  nächsten WHEW-Ultras.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen hatten sich da bereits die 4-er Staffel und das  erste Run and Bike-Team geliefert. Am Ende siegte das Run and Bike Team  QUICKAIR (Marc Hartmann und Alexander Ebert mit gerade einmal einer  guten Minute Vorsprung vor dem ersten Staffel-Quartett (Die Panorama  Athleten) und sicherte sich damit gleichzeitig die Ehre in 7:30:23 als  erste die Ziellinie der 100-Kilometerstrecke zu überqueren.

Der vielleicht spektakulärste Läufer bewegte sich derweil im hinteren  Bereich des Felds. Marcus Jürgens hat sich unter dem Titel „Der  Rückwärtsläufer“ einen Namen gemacht und in diversen Langstrecken  bereits Rekorde im Rückwärtslaufen gebrochen. Beim WHEW hatte er sich  ein ambitioniertes Ziel gesteckt: Den Weltrekord im  100-Kilometer-Rückwärtslauf, bis dato gehalten von einem ebenfalls  laufverrückten Hessen. Mit dem Lauf machte Marcus Jürgens gleichzeitig  auf die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam, eine  nicht heilbare, degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems,  und sammelte Spenden für den Verein Diagnose ALS was nun e.V.

WHEW 100 2019 – Foto: Wolf Birke

Auch Jürgens hatte am Berg zwischen Hattingen und Schee ordentlich zu  kämpfen, doch am Ende wurde es ein Triumphlauf: Eine Zeit unter 15  Stunden hatte sich der Münsteraner Sportwissenschaftler vorgenommen. Am  Ende zeigte die Uhr 12:20:37. Weltrekord um über 4 Stunden unterboten!

Etwas weniger spektakulär ging es bei den Läufen über 5- und 10  Kilometer zu. Mit Marvin Jesinghaus, Katharina Urbainczyk (5 Kilometer),  David Fleschen und Elisabeth Kersten (10 Kilometer) kamen hier in diesem  Jahr alle Siegerinnen und Sieger aus Wuppertal. Eine besonders  beeindruckende Leistung zeigte im 5-Kilometerlauf die erst zwölfjährige  Lea Gralka, die in 25:33 als zweite weibliche Teilnehmerin ins Ziel lief  und dabei viele der männlichen Starter hinter sich ließ.

WHEW100 2019 – Foto: Wolf Birke

„Ich bin super zufrieden,“ zog Veranstaltungsleiter Guido Gallenkamp ein  eindeutiges Fazit. „Über 170 Finisher über die 100  Kilometer-Einzeldistanz, eine super Stimmung, ein Weltrekord und eine  hohe Leistungsdichte (fast 30 Starter sind in diesem Jahr auf der  Einzeldistanz unter 10 Stunden über die 100 Kilometer geblieben),  sprechen für sich.“

„Unser großer Dank gilt unseren 200 ehrenamtlichen Helfern, die  teilweise von 5 Uhr morgens bis spät in den Abend im Einsatz sind. Ohne  ihre unermüdliche Unterstützung wäre diese tolle Veranstaltung schlichtweg unmöglich.“

Guido Gallenkamp

WHEW100 Orgabüro
http://whew100.de
Düppeler Straße 36
42107 Wuppertal
Büro: +49 202 261 49 79 1
Mobil: +49 174 564 82 47

Veranstalter:
MTV 1861 Elberfeld e.V.
Beethovenstraße 18a
42115 Wuppertal
http://mtv1861elberfeld.de

Einen vollständigen Rückblick zum WHEW 2019 findet ihr hier.

Der Rundkurs

Seit 2017 wird die 100km-Strecke im Uhrzeigersinn gelaufen. Die Rückmeldungen waren eindeutig: im Uhrzeigersin ist besser. Zuerst die Hügel im Westen, dann den Ruhrradweg und im Anschluss die lange, aber flache Steigung zurück auf die Nordbahntrasse. Die letzten Kilometer lauft ihr hoch über der Stadt.

author: GRR