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2019

Sohn Kee-chung siegt 1936 in Berlin - Foto: Sportmuseum Berlin

4. Olympia-Marathon Berlin auf der Originalstrecke am Sonnabend, dem 10. August 2019

By GRR 0

Zu Ehren des 83. Jahrestages des Olympiasieges im Marathon (1936-2018) durch den koreanischen Läufer Sohn Kee-chung in Berlin.

Start-Nr.-Ausgabe:
Nur am Starttag vor Ort, von 08.40 Uhr bis 09.40 Uhr!

NEU:
Geplant ist ein Ehrenstart: Samstag, den 10. August 2019, 09:40 Uhr, am Olympischen Platz (vor dem Berliner Olympiastadion) für alle Marathonis und die HM-Staffeln. Gemeinsam laufen wir gemeinsam ca. 1 km zum Son-Denkmal (Rudolf-Harbig-Halle des BLV) in der Passenheimer Straße, dort dann Erinnerungsfoto mit allen Teilnehmer*innen.

START
zum Marathon um (10.00 Uhr)am Denkmal (Rudolf-Harbig-Halle des BLV) – Passenheimer Straße.

Der OLYMPIA–MARATHON (42,195 Km) trägt den Charakter eines normalen Lauftreffs. Es kann auf Zeit (von Hand) gelaufen werden, es muss aber nicht. Gelaufen wird möglichst in kleinen Gruppen, über die Marathon Distanz, primär auf der historischen Marathonstrecke von 1936

HM-Wendemarke (21,0975 Km):
Harbigstraße 24
Gleichzeitig die Wechselzone für die HM-Staffeln!

Ziel:
Olympischer Platz (vor dem Berliner Olympiastadion).

Zeitlimit:
6:30 Stunden.

Zeitmessung:
Die Zeit wird von Hand genommen.

Strecke:
Überwiegend auf Geh- und Radwegen, entlang der landschaftlich schönen, aber stark hügeligen (zw. 32 m und 80 m Höhendifferenz) Havelchaussee und neben der AVUS (Kronprinzessinenweg) mit ihrer „geraden Schönheit“.

Streckenkennzeichnung:
Auf Grund des Streckencharakters, erfolgt alle 5 Km eine km Kennzeichnung.

VP:
ca. alle 7,5 Km, (Wasser, Cola, Apfelschorle, Kartoffeln, Obst & Knabberzeug)

Wir laufen im Rahmen der StVO, ausschließlich auf Gehwegen. Gegenseitige Rücksichtnahme versteht sich von selbst.

Kleiderabgabe:
Im Ziel und deren Ausgabe ist organisiert (in Start und Zielnähe). Bitte eure Kleiderbeutel und Rucksäcke mit eurer Startlisten-Nr. versehen. (DANKE). Umkleide und Duschgelegenheiten gibt es vor Ort nicht.

Hinweis:
Das Mitführen von Hunden beim OLYMPIA–MARATHON ist nicht erwünscht.

Teilnehmerlimit:
Das Teilnehmerlimit liegt bei 40 Marathonis und zehn (20) HM-Staffeln (also 40 Staffelläufer*innen)

SPENDE (Unkostenbeitrag):
Für die Teilnahme am OLYMPIA-MARATHON bitten wir um einen Unkostenbeitrag von 25,- Euro Marathon. 30,- Euro HM-Staffel,

Nachmeldungen:
Nachmeldungen (40,- Euro), ggf. auch am Race Day vor Ort möglich, solange das TN-Limit nicht schon erreicht wurde.

Auszeichnungen/Preise:
Alle Finisher’innen erhalten eine Erinnerungsurkunde und Finisher-Medaille, sowie die Ergebnisliste und kostenfreien Zugang zu allen Veranstaltungsfotos des Veranstalters.

Die jeweils drei Erstplatzierten bei den Frauen, Männer und HM-Staffeln erhalten extra Urkunden und Pokale

Helfer*innen:
Werden noch gesucht! Wer also Familienmitglieder oder Freunde kennt die bei einem der drei VP helfen und unterstützen möchten, bitte im Vorfeld per Mail melden. DANKE!

Der OLYMPIA-MARATHON 2019, ist eine Initiative der „Independent“ Berlin Wall Trail Runners und der LRG Torpedo Berlin und wird unterstützt vom Koreanischen Traditionsverein „Koreaness Awakening Movement Union“, Berlin.

Sohn Kee-chung –  zur Person, seiner sportlichen Leistungen:

Sohn lebte in jener Zeit, als Korea eine Provinz des Japanischen Kaiserreichs Namens Chōsen war. Auf aufgrund der „Angleichungspolitik“ der japanischen Regionalregierung war er aber bei öffentlichen Auftritten gezwungen, die japanische Aussprache seiner Kanji/Hanja im Namen (jap. Son Kitei) anzunehmen. Im hügeligen, unwegsamen Gelände seiner Heimat entwickelte sich Sohn zu einem talentierten Läufer, der dann 1935 in Tokio mit 2:26:42 Std. Weltrekord im Marathon lief.

Olympiasieg im Marathon mit neuem Olympischen Rekord

Im darauffolgenden Jahr nahm Sohn (unter japanischer Besatzer Flagge) an den Olympischen Spielen in Berlin teil. Sohn weigerte sich jedoch während der Spiele mit seinem japanischen Namen zu unterschreiben. Am 9. August 1936 lief dann Sohn in einem Hitzerennen und auf sehr anspruchsvoller Strecke, mit 2:29:19,2 Std. einen neuen Olympischen Rekord und wurde mit über zwei Minuten Vorsprung vor dem Briten Ernie Harper und seinem Landsmann Nam Sung-yong Olympiasieger im Marathon. Nach seinem Olympiasieg betonte Sohn, dass sein Sieg nicht nur auf körperliche Ausdauer, sondern auch auf mentale Willenskraft zurückzuführen war: „Der menschliche Körper kann nur zu einem bestimmten Maß etwas leisten. Danach müssen Verstand und Herz übernehmen.“

Stummer Protest – Das traurigste Siegerfoto der Olympiageschichte

Als bei der Marathon-Siegerehrung anstatt der koreanischen Flagge die Flagge der Besatzungsmacht Japan gehisst wurde, senkten Sohn Kee-chung und sein Landsmann Nam Sung-yong (der unter dem japanisierten Namen „Nan Shōryū“ Bronze gewann) demonstrativ ihren Blick und zusätzlich verbarg Sohn Kee-chung mit seinen Blumen die japanische Flagge auf seiner Trainingsjacke – als stummen Protest.

Die beiden Koreaner protestieren bei der Siegerehrung indem sie ihren Blick senken vor der japanischen Fahne – Foto: Sportmuseum Berlin

Sportjournalisten vor Ort, bezeichneten diese symbolträchtige Szene als das traurigste Siegerfoto der Olympiageschichte. Nach seinem Olympiasieg stand Sohn Kee-chung unter ständiger Bewachung der japanischen Behörden und durfte während der japanischen Herrschaft nicht mehr Marathon laufen.

Als Trainer führte Sohn seinen Schützling wieder zu Olympiagold im Marathon

Nach seiner Läuferkarriere arbeitete Sohn als Trainer. Unter anderem betreute er Suh Yun-bok, 1947 Gewinner des Boston-Marathons, Ham Kee-yong, 1950 Gewinner des Boston-Marathons und Hwang Young-Cho, der bei den Olympischen Spielen 1992 Goldmedaille im Marathon gewann. Als sein Schüler Hwang 1992 die erste „echte“ Marathon-Goldmedaille für Südkorea gewann, meinte Sohn, „endlich in Frieden sterben zu können“.

Träger der südkoreanischen Fahne und des Olympischen Feuers bei der Eröffnung Olympischer Spiele.
Sohn selbst bekam bei den Olympischen Spielen 1948 die Ehre, die Flagge des neugegründeten Staates Südkorea tragen zu dürfen. Bei den Olympischen Spiele 1988 in seinem Heimatland, trug Sohn bei der Eröffnung die Olympische Fackel in das Stadion. Hierbei wurde auch die koreanische Schreibweise Sohn Kee-chung verwendet. (Quelle: Wikipedia)

Sohn Kee-chung bei der Siegerehrung in Berlin 1936 ziert die Werbetafel des MARATHONEUM – Sportmuseum Berlin – im Olympiapark Berlin. – Foto: Horst Milde

Der Berlin-Marathon (SCC), ehrte bei seiner 5. Auflage im Jahre 1978, Sohn Kee-chung, durch die Abbildung seines Konterfeis auf der Finishermedaille und der Urkunde und er gab den Startschuss für den Berlin-Marathon 1981. Danach besuchte er Berlin noch mehrfach als Botschafter für die Olympischen Spiele in Seoul.

Sohn Kee-chung (lks.) beim Kaffee trinken mit seiner Frau beim langjährigen Race Director des Berlin-Marathon Horst Milde, (r.) ein Dolmetscher) – Foto: Sabine Milde

 

Die Urkunde des BERLIN-MARATHON – Foto: Horst Milde

Die Medaille des Berlin-Marathon von 1978 – Foto: Horst Milde

 

Die Laufstrecke des olympischen Marathon in Berlin

Beim Olympischen Marathon von Berlin, war die zwar landschaftlich schöne, aber stark hügelige (zwischen 32 m und 80 m Höhendifferenz) Havelchaussee zu belaufen und dann die AVUS in ihrer „geraden Schönheit!“. Heute wäre wohl keinem Läufer diese Strecke wettkampfmäßig anzubieten, außer wenn man ihn trainingsbedingt dort „schinden“! wollte. Diese Strecke kostete also viel Kraft und die Siegerzeit von damals sind dafür eigentlich umso bemerkenswerter.

Der korinthische Helm

Eigentlich sollte der Olympiasieger im Marathonlauf, einen antiken bronzenen Helm erhalten. Dieser korinthischer Helm und wurde vermutlich 1875 in Olympia ausgegraben. Die damalige japanische Delegation übte Druck auf die Veranstalter aus, Sohn den korinthischer Helm nicht als Siegertrophäe zu überreichen, zu Mal es den Regeln des IOC widersprach. Somit wanderte der Helm des Siegers in ein Berliner Museum, bis fast 50 Jahre später die Tageszeitung „Vradini“ diese Geschichte recherchierte und um eine nachträgliche Verleihung an den damaligen Olympiasieger im Marathon, Sohn Kee-chung bat. Dies geschah dann auch 1986 während einer feierlichen Zeremonie. 1987 wurde der korinthische Helm zum Koreanischen Nationalschatz Nr. 904 erklärt und befindet sich seitdem im Nationalmuseum. (Wikipedia)

Quelle: Torpedo Run and Bike Series – Klein aber fein – Laufen für Jedermann

http://www.torpedo-run-series.de/?p=252

 

Endlich kein Geheimtipp mehr: Der „Olympia Marathon Berlin“ 2019 auf der Originalstrecke von 1936 – JoAnna Zybon berichtet – (Nr. 94)

author: GRR