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2020

ISTAF at Olympic Stadium Berlin - Foto: Horst Milde

Das olympische Sportjahr 2020 verspricht zahlreiche Höhepunkte … Prof. Detlef Kuhlmann

By GRR 0

Das olympische Sportjahr 2020 hat begonnen – vorerst mit zahlreichen Wettkämpfen in den (olympischen) Wintersportarten, bevor in der Mitte des Jahres die beiden herausragenden Sportereignisse folgen:

Vom 12. Juni bis zum 12. Juli findet die Fußball-Europameisterschaft erstmals in mehreren europäischen Ländern mit dem Finale im Londoner Wembleystadion statt; nur wenige Tage später beginnen am 24. Juli 2020 nach 1964 zum zweiten Male in Tokio (Japan) die Olympischen Spiele (offiziell Spiele der XXXII. Olympiade) mit 339 Wettbewerben in 33 Sportarten und 51 Disziplinen, die hoffentlich bis zum Finaltag am 9. August dem deutschen Team viele Erfolgserlebnisse und viele positive emotionale Höhepunkte bescheren.

Das gleiche gilt für die Paralympics in Tokio vom 25. August bis 6. September. Doch das olympische Sportjahr 2020 hält noch viel mehr Ereignisse von großer nationaler und internationaler Bedeutung bereit:

Nach Beendigung der traditionellen Vierschanzentournee im Skispringen Anfang des Jahres kämpft gegenwärtig die Männer-Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bei der erstmals in drei Ländern (Norwegen, Österreich und Schweden) ausgetragenen Europameisterschaft um den Einzug in die Finalrunde und den möglichen Titelgewinn, der zuletzt 2016 gelang, während zeitlich parallel dazu z.B. die Hallen-Europameisterschaft im Hockey in Berlin (17. bis 19. Januar) stattfindet und am 20. Januar die Australien Open im Tennis in Melbourne beginnen.

Die erste Deutsche Meisterschaft in (Hallen-)Spielsportarten findet traditionell im Badminton statt – vom 30. Januar bis 1. Februar treffen sich die besten Spielerinnen und Spieler mit dem „federleichten“ Ball in der Seidensticker Halle in Bielefeld.

Apropos Deutsche Meisterschaften: Nach Berlin im vergangenen Jahr ist diesmal das Rhein-Ruhrgebiet u.a. mit den Städten Duisburg, Aachen und Oberhausen am 6. und 7. Juni Gastgeber der sog. „Finals 2020“ mit insgesamt 15 Sportarten (u.a. Bogensport, Kanu, Kunstturnen, Triathlon). Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Finals 2020 mit rund vier Mio. Euro.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat seine 120. Deutsche Meisterschaft für das gleiche Wochenende nach Braunschweig vergeben – allein kalendarisch eine Premiere: So früh im Wettkampfjahr gab es noch nie diese Titelkämpfe des DLV.

Das olympische Sportjahr 2020 sieht in zahlreichen Sportarten auch etliche weitere Europa- und/oder Weltmeisterschaften vor. Die meisten deutschen Athletinnen und Athleten müssen dafür in ein Gastgeberland reisen (z.B. zur Trampolin-EM im Mai nach Göteborg, die Judoka zur EM ebenfalls im Mai nach Prag oder die Ruderer im Juni zur EM nach Posen).

Vor heimischer Kulisse können sich aber z.B. die qualifizierten Sportlerinnen und Sportler z.B. bei der Bahnrad-Weltmeisterschaft vom 26. Februar bis 1. März in Berlin präsentieren, genauso wie bei der Hallenrad-WM Ende November in Stuttgart sowie im Surfen beim World-Cup auf Sylt Ende September bis Anfang Oktober.

Das sportliche Jahr 2020 wird dann im Dezember mit den Tanz-Weltmeisterschaften in Stuttgart (Formationen/Standard am 5. Dezember) und eine Woche später in Bremen (Formationen und Latein) abgeschlossen, dann spielen (hoffentlich) die Handballerinnen des DHB bei der Europameisterschaft in Dänemark und Norwegen noch bis zum 20. Dezember um eine Medaille.

Und sonst? Das Sportjahr 2020 bietet viele weitere Höhepunkt für Aktive und Fans in Sportarten von A bis V wie z.B. im American Football, im Golf, im Motorsport (hier nicht nur in der Formel 1), aber auch im Reitsport, Schwimmen bis hin zum Volleyball.

Aber da war noch was: Das Sportjahr 2020 lädt ebenfalls dazu ein, sich herausragender (sportpolitischer) Ereignisse der Vergangenheit – nämlich einigen Meilensteinen der Sportentwicklung in Deutschland – zu erinnern, weil hier „runde Geburtstage“ anstehen. So wurde vor genau 70 Jahren am 10. Dezember 1950 der Deutsche Sportbund (DSB), eine der Vorgängerorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes in Hannover gegründet. Am 16. März 1970 – also vor genau 50 Jahren – wurde die Trimm-Dich-Aktion des DSB in der Regie von Jürgen Palm (1935-2006) in Berlin ins Leben gerufen.

Nicht zu vergessen ist auch der 21. DSB-Bundestag am 15. Dezember 1990 in Hannover, mit dem die deutsche „Sport-Vereinigung“ abgeschlossen wurde, nachdem am Tag zuvor beim DSB-Hauptausschuss die fünf neuen Landessportbünde aus den östlichen Teilen Deutschlands in den DSB aufgenommen worden waren.

Und schließlich können wir auf 100 Jahre Sportwissenschaft in Deutschland zurückblicken: Am 15. Mai 1920 wurde in Berlin die Deutsche Hochschule für Leibesübungen gegründet, die dann auf dem Gelände des heutigen Olympiaparks rund um das Olympiastadion ihren Standort fand. Das war damals sogar die erste Lehr- und Forschungsstätte auf dem Gebiet des modernen Sportes weltweit.

In diesem Zusammenhang sei auch schon angekündigt, dass das Bundesinstitut für Sportwissenschaft vor genau 50 Jahrrn gegründet wurde und dieses Jubiläumsjahr mit verschiedenen Veranstaltungen und festlichen Höhepunkten im Oktober begehen wird.

Prof. Detlef Kuhlmann

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