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03
05
2021

Das Programmheft der 25 km de Berlin - Foto: Helmut Winter

Die „25 km de Berlin“ als Wegbereiter der deutschen Cityläufe – Premiere am 3. Mai 1981

By GRR 0

Ein Jubiläum, bzw. ein Geburtstag des Laufsports, den man als German Road Races nicht vergessen und übergehen darf. Die „25 km de BERLIN“ hatten ihre Premiere am Sonntag, dem 3. Mai 1981 – Start und Ziel – das Olympiastadion in Berlin.

Die „25 km de Berlin“ – veranstaltet von der Französischen Schutzmacht in Berlin -, wurden damit zum Wegbereiter der Cityläufe und Pionier der Laufbewegung in Deutschland. Der französische Sportoffizier Major Jack Bride hatte als Vorbild den 20 km Lauf von Paris nach Versailles, der eine sehr große Resonanz bei der französischen Bevölkerung  fand.

Zunächst „probierte“ er es 1980 mit einem ähnlichen Lauf nur im „französischen Sektor“ in Reinickendorf aus. Für sein größeres Vorhaben – den Lauf durch die Innenstadt Berlins 1981 – holte er sich die Hilfe des Berliner Leichtathletik-Verbandes (BLV) und des Landessportbundes Berlin (LSB) mit ins Boot.

Die Berliner Polizei, die bis dato Läufe auf Straßen in der Innenstadt unterbinden konnte („Die Straßen sind für die autos da“), war in diesem Falle machtlos, denn alliiertes Recht brach deutsches Recht, sie war jetzt in die Veranstaltung eingebunden. Als Berliner Volkslaufwart war ich in der Organisationssitzung aller mithelfenden Organisationen dabei – und schrieb sofort am nächsten Tag an den Berliner Polizeipräsidenten Klaus Hübner, „wenn die Franzosen ihren 25km Lauf durch die Innenstadt veranstalten dürfen“, dann will ich das auch mit dem „BERLIN-MARATHON“, der bisher immer nur am Rande der Stadt, in der Nähe des Grunewaldes seine Laufstrecke hatte.

Damit verdankte der BERLIN-MARATHON seinen Durchbruch zur überregionalen Popularität dem „25km von Berlin“! Die Laufbewegung steckte 1981 noch in den „Kinderschuhen“. Der London Marathon startete ebenfalls im Frühjahr 1981, der New York City Marathon hatte da schon einige „Jährchen“ auf dem Buckel, er begann 1970 auf niedrigem Niveau, ähnlich Berlin, durch den Central Park, dann aber 1976 durch die fünf Stadtbezirke. Der BERLIN-MARATHON startete dann am 27. September 1981 seinen achten Lauf – mit Start am Reichstag und dem Ziel auf dem Kurfürstendamm am jetzt nicht mehr vorhandenen Kaufhaus Wertheim – kurz vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche.

Der 25km Lauf im Frühjahrder Franzosen und der Marathon im Herbst in Berlin brachten gemeinsam „Schwung“ in die deutsche Laufszene.

3.250 Läufer starteten bei der Premiere 1981. 

Die beiden Türken Mehmet Yurdadön und Mehmet Terzi liefen 1981 nach 1:16:59 Stunden Hand in Hand ins Ziel. Bei den Frauen siegte die Französin Yonille Audibert in 1:36:35. Dass es gleich im ersten Jahr zwei Läufer gab, die gemeinsam als Gewinner durch das Ziel liefen, passte zum Konzept der französischen Organisatoren. Denn sie wollten mit dem Rennen ihre freundschaftliche Verbundenheit zu der Berliner Bevölkerung dokumentieren.

Die  beiden Sieger  1981 Mehmet Yurdadön und Mehmet Terzi (TUR) – Foto: privat

Sie organisierten vor dem Start mit ihren Militärkapellen, während des Laufes und bei den Siegerehrungen im Olympiastadion Unterhaltung für die Zuschauer, die Läuferinen und Läufer und deren Angehörigen praktisch ein Volksfest. Fallschirmspringer zeigten was sie konnten und es gab französische Spezialiäten zu kaufen.

Die Urkunde der 25 km de Berlin von 1981 – Foto: Helmut Winter

Die Soldaten der westlichen Alliierten bildeten während der ersten zehn Jahre einen nicht unerheblichen Anteil am immer größer werdenden Teilnehmerfeld. Bereits 1984 wurden 7.583 Starter gezählt, zwei Jahre später dann 10.063. Den Höhepunkt, was die Beteiligung anging, erlebten die 25 km de Berlin 1990. Rund ein halbes Jahr nach dem Fall der Mauer rannten 14.300 Läufer aus aller Welt durch die Stadt.

In der Folge gab es einen deutlichen Teilnehmerrückgang bei der zeitweilig größten Laufveranstaltung Deutschlands. Die hohe Teilnehmerzahl resultierte auch durch die Teilnahme vieler in Berlin stationierter Soldaten, die sich  aber nach einigen Kilometern nach dem Start in den Seitenstraßen der Laufstrecke “ leise weinend verabschiedeten“.

Horst Milde

Der Beitrag wird noch ergänzt.

30 Jahre „25 km de Berlin“ – beginnend am 3. Mai 1981 – Zusammenstellung Helmut Winter

 

 

author: GRR