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20
05
2022

Stiegl-Bier - Foto: Erdmute Nieke

Der blaue Marathon – Impressionen vom 19. Salzburg-Marathon am 15. Mai 2022 von Dr. Erdmute Nieke

By GRR 0

Eigentlich wollte ich meinen zehnten Marathon am 17. Mai 2020 laufen. Doch Corona machte uns allen einen Strich durch die Rechnung. Zwei Jahre Geduld und weiter laufen und jetzt ist Salzburg gelaufen! Es war ein Ausnahme-Marathon nach dem Motto: BLAU machen in Salzburg.

Anreise am Freitag, auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel wehen auf der Staatsbrücke über der Salzach bereits BLAUE Fahnen mit dem Aufdruck „Lauffestspiele in der Mozartstadt“.

Die Marathon-Messe in der Eishalle, es gibt BLAUE  Sackerl (Kleiderbeutel) für die Teilnehmer:innen mit dem Hashtag: #GLAUBANDICH. Das Motto war am meinem Lauf-Sonntag so oft hilfreich. Die offiziellen Lauf-T-Shirts sind BLAU.

Blaue Stunde über Salzburg – Foto. Erdmute Nieke

Ich treffe Ruth Langer, die Frau, die gemeinsam mit ihrem Mann Johannes für die Veranstaltung zeichnet. Sie hatte mir immer so nette Mails geschrieben. Sie erzählt, dass ein Viertel der Läufer von 20202 fehlt, sie aber froh sind, dass es überhaupt wieder läuft.

Während ich auf der Messe bin, geht ein schweres Gewitter mit reichlich Regen über der Stadt nieder. Am Abend in der BLAUEN Stunde fahre ich mit der Festungsbahn noch auf die Festung Hohensalzburg und genieße die Aussicht auf die Stadt und das Umland. Auf dem Fußweg zurück mache ich eine Pause in der Stiegl-Brauerei und genieße das frische Bier.

Am Samstag füllt sich die Stadt mit Läufer:innen, überall sehe ich die BLAUEN Sackerl. Drei Lauffreund:innen aus Berlin und München treffen ein. Wir genießen den BLAUEN Himmel und lassen uns ganz touristisch durch die Stadt treiben und setzen uns extra der frühsommerlichen Wärme aus. Wir schauen beim Aufbau des Marathon-Ziel-Einlauf-Bogens zu: Ein BLAUER Zielbogen und dazu der Zieleinlaufteppich in orange mit vielen Blumen.

Wir lernen, dass nur die BLAUEN Mozart-Kugeln die echten und handgemachten sind. Selbst den Espresso kann ich mit einer Mozartkugel bestellen, dazu Salzburger Nockerln. Die Altstadt mit ihren Märkten und Cafes ist voller Touristen und Reisegruppen, erste Absperrungen stehen bereit

                                                                                                                                                                                       Blaue Fahnen – Foto: Erdmute Nieke

Sonntag Morgen – perfektes Hotelfrühstück – und wir ziehen los zum Start.

Das Thermometer zeigt schon morgens um 8 Uhr 26 Grad. Wir starten im BLAUEN Block ganz hinten und pünktlich 9.06 Uhr laufen wir los, Marathonis und Halbmarathonis gemischt.

Der Anfang läuft gut, noch haben wir viel Schatten und verlassen die Stadt auf einer grünen Baumallee zum Lustschloss Hellbrunn. Mitten durch den Schlosshof geht die Strecke. Viele Menschen sind unterwegs. Nicht alle feuern die Läufer:innen an.

Dann  laufen wir durch einen nass-grünen Wald, BAUER Himmel und die Sonne meinen es sehr gut. Vor uns die Alpenmassive, noch mit Schneeresten, dann Kuhweiden und mit frischer Landluft, abwechselnd mit Fliederduft, später auch Schafe und Hühner. Vorbei am Schloss-Hotel Leopoldskron laufen wir wieder in Richtung Altstadt, zweimal über die Salzach und am Schloss und Garten Mirabell vorbei.

Dann kurz vor der 21 km-Marke der spannende Punkt! #GLAUBANDICH #GLAUBANDICH #GLAUBANDICH

Ein Schild mit zwei Pfeilen, einer nach rechts: Ziel Halbmarathon, einer nach links: 2. Runde. #GLAUBANDICH #GLAUBANDICH Der Schweiß rinnt, der Puls ist hoch, das Tempo langsam und dennoch #GLAUBANDICH. Ruth hatte gestern gesagt, dass ich auch hier noch den halben werten lassen kann. #GLAUBANDICH Ich wähle den linken Weg und darf vorbei am Dom durch die Altstadt auf die gleiche Runde noch einmal gehen – äh – laufen.

Die wird nicht einfach! #GLAUBANDICH. Die meisten Musiker an der Strecke sind verschwunden, Läufer:innen nur noch wenige, der Anfang wenigstens im Schatten, dafür auf den Wegen jetzt viele Sonntagspaziergänger und Radfahrer:innen, die nicht immer zu Seite gehen und fahren. Einige bestaunen die wenigen Läufer:innen, die noch unterwegs sind.

Der radfahrende Sanitäter taucht immer mal auf – beruhigend. Ebenso stehen Polizist:innen und Feuerwehrleute und sperren die Straßen. Dann ab Kilometer 30 nur noch Weg durch die Sonne. #GLAUBANDICH #GLAUBANDICH.

Bei km 32 haben die Helfer:innen die Apfelsinen liebevoll geschält und die einzelnen Stücke angerichtet. Die Sonne brennt so heiß, dass die Schalen der Stückchen schon knusprig sind, darunter der frische Saft – lecker – eine ganz neue Kreation.

Bei Kilometer 35 bin ich ganz allein am VP. Die Helfer:innen haben sich bereits um große Pizza-Kartons versammelt und stärken sich. Sie kommen und bieten mir extra kalte Cola von ihren privaten Schätzen an. Ich bedanke mich, dass sie mir ihren Sonntag opfern und ihre Antwort? „Ist o.k., wir müssten sonst in die Kirche gehen!“ Habe ich richtig gehört? „müssen“? Ich erzähle ihnen, dass eine Religionslehrerin vor ihnen steht. Darauf aus mehreren Mündern ein „Ohhh!“ Ich sage ihnen, dass ich es super finde, dass sie uns helfen und dass ich ja heute auch nicht in der Kirche war und auch sonst sonntags meine langen Läufe mache. Wir haben also alle BLAU gemacht. Aufgeheitert mit diesem schönen Gespräch und der extra kühlen Cola trabe ich mit meinem frisch nass gemachten Tuch auf dem Kopf weiter durch die knalle Mittagssonne.

Es ist so einsam auf der Strecke. #GLAUBANDICH

Die Polizisten ermutigen mich jetzt weiter zu laufen. An einigen Stellen dürfen Autos auf der zweiten Spur der Straße fahren. Einmal wird es knapp. Ein Autofahrer verwechselt an einer Ausfahrt die gesperrte Spur mit der offenen. Zum Glück kann ich noch zu Seite laufen. Ein Feuerwehrmann schimpft über den Autofahrer.

Zwischen Kilometer 35 und 41 habe ich nur noch Sehnsucht nach einem Wasser. Bin ich diese Strecke heute wirklich schon einmal gelaufen? Doch, ja, Eisenbahntunnel, Brücke, Mirabellgarten und wieder Brücke, die mit den BLAUEN Fahnen.

                                                                                                                                     Zielbogen (r.) und Teppich – Foto: Erdmute Nieke

Jetzt sind auch wieder Menschen an der Strecke, die mich einsame Läuferin anfeuern und mir pausenlos sagen, dass es gleich geschafft ist. Dann wieder durch die Startstrecke, den Berg hoch durch ein Stadttor in die Altstadt hinein, und der BLAUE Zielbogen vor dem Festspielhaus kommt in Sicht. Ich erreiche den Teppich in orange. Marita aus Berlin und Yvonne aus München stehen an der Absperrung und feuern mich an, aus dem Lautsprecher höre ich meinen Namen, mein Blick verschwimmt.

#GLAUBANDICH

Ich schaffe es tatsächlich, knapp vier Minuten vor dem offiziellen Zielschluss. Die Zeitnahme fiept. Mein 13. Marathon ist gelaufen!                                                                                                                         

Ich bekomme eine riesige runde Medaille umgehangen, an einem weiß-BLAUEN Band. Aus den Lautsprechern tönt – nein – kein Mozart, sondern „Always Look On The Bright Side Of Life“ Monty Python aus dem Leben des Brian! Kennt der Veranstalter meine Lieblingsfilme?

Ich kann es alles nicht so ganz glauben! Ich esse einen Apfel und erhalte Wasser und ein echtes (!) Stiegl-Bier und verlasse den Zielbereich. Marita und Yvonne sind froh mich wieder zu sehen. Es ist geschafft! Ich bin auf Platz 689 von 701 Finishern.

#GLAUBANDICH Wir haben BLAU gemacht in Salzburg bei 30 Grad und hatten einen einmaligen Eindruck von der heißen Mozartstadt Salzburg!

Dr. Erdmute Nieke

 Blaue Mozartkugeln – Foto: Yvonne Zimmermann

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author: GRR