Ahmed Boughéra El Quafi
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Ahmed Boughéra

El Quafi

  • Der erste in Afrika geborene Marathon-Olympiasieger wurde am 15. Oktober 1898 in Ouled Djellad bei Biskra im Nordosten von Algerien geboren. Die Rede ist von dem 1928 in Amsterdam für Frankreich erfolgreichen Ahmed Boughéra El Ouafi.

    Der erste in Afrika geborene Marathon-Olympiasieger wurde am 15. Oktober 1898 in Ouled Djellad bei Biskra im Nordosten von Algerien geboren. Die Rede ist von dem 1928 in Amsterdam für Frankreich erfolgreichen Ahmed Boughéra El Ouafi. © Sportmuseum Berlin – AIMS Marathon-Museum of Running
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Vor 80 Jahren: Ein Algerier war der erste in Afrika geborene Marathon-Olympiasieger – Gustav Schwenk im Marathonprogrammheft 2008 des METRO Group Düsseldorf Marathon

Er wurde während seiner fünfjährigen Militärzeit in Paris von einem Leutnant überredet, an einem Wettlauf für Soldaten teilzunehmen. Dabei fiel sogleich sein Talent auf.

Seit Jahren kommt die Mehrzahl der Sieger in großen Marathonläufen aus Afrika. Doch kaum jemand aus der riesigen Masse von Straßenläufern weiß zu sagen, wer der erste auf dem „Schwarzen Kontinent“ geborene Olympiasieger war. Viele tippen auf Abebe Bikila (Äthiopien), der 1960 barfuß als Erster durch den Triumphbogen des Konstantin in Rom lief.

Und dazu als Erster einen Olympiasieg wiederholte: 1964 im Marathonland Japan mit deutschen Laufschuhen an den Füßen. Diesen riesigen doppelten Triumph konnte außerdem nur Wal-demar Cierpinski aus Halle 1976 und 1980 feiern.

Der Mann aus der Leibgarde von Kaiser Haile Selassie war nicht der erste „richtige afrikanische Olympiasieger“. Als „Urvater“ der in einem olympischen Marathon erfolgreichen „echten“ Afrikaner kann auch nicht der 1912 in Stockholm auf der ersten „Wendepunkt-Strecke“ erfolgreiche Südafrikaner Kenneth McArthur gelten.

Er kam 29 Jahre vorher in einem Dorf in Nordirland zur Welt. Der erste in Afrika geborene Marathon-Olympiasieger wurde am 15. Oktober 1898 in Ouled Djellad bei Biskra im Nordosten von Algerien geboren. Die Rede ist von dem 1928 in Amsterdam für Frankreich erfolgreichen Ahmed Boughéra El Ouafi.

Er wurde während seiner fünfjährigen Militärzeit in Paris von einem Leutnant überredet, an einem Wettlauf für Soldaten teilzunehmen. Dabei fiel sogleich sein Talent auf. Bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris wurde er mit 13 Minuten Rückstand auf den siegreichen Finnen Albin Stenroos immerhin schon Siebter.

Dass der Kolonialfranzose sich auf die Spiele in Amsterdam sehr gut vorbereiten konnte, lag auch daran, dass ihm von seinem Arbeitgeber Renault viel Freizeit für sein Training gewährt wurde. Vor allem aber wurden ihm zwei so strapaziöse Qualifikationen auf der vollen Marathonstrecke erspart, wie sie die Deutsche Sportbehörde für Athletik den deutschen Olympiakandidaten innerhalb von vier Wochen in Düsseldorf zumutete.

Übrigens mit fast dem gleichen Startort wie er beim METRO Group Marathon seit der Premiere des Laufes auf beiden Seiten des Rheins im Jahr 2003 üblich ist, aber mit dem Ziel im Rheinstadion und nicht wie heutzutage auf der Unteren Rheinwerft.

Kein Wunder, dass von den sechs vor 80 Jahren im rechtsrheinischen Düsseldorf ermittelten deutschen Langstreckler schon drei Wochen nach der von Hitze behelligten zweiten Olympiaqualifikation nur der Bochumer Hans Stelges (Platz 19. in 2:45.27 Stunden) im ersten Drittel der 57 Finisher landete. Der Siegener Paul Gerhardt, der am 17. Juni 1928 am Rhein in 2:33:41,2 Stunden deutsche Bestzeit gelaufen und sogar fälschlicherweise als „neuer Weltrekordmann“ gefeiert worden war, brauchte am 5. August an der Amstel über 35 Minuten mehr als in Düsseldorf.

Besser als die deutschen Langstreckler schnitt dagegen Düsseldorfs erste Olympiateilnehmerin Helma Notte im einzigen Leichtathletik-Wettbewerb ab, der zur Zeit des von Hitze beeinträchtigten Marathonlaufes im Amsterdamer Stadion stattfand. Die 16-Jährige, die unweit der heutigen METRO Group Hauptverwaltung beim TV Grafenberg zu Hause war, gewann das Stechen um den fünften Platz.

Ahmed Boughéra El Ouafi war einer von sage und schreibe sieben Marathon-Olympiasiegern, die ihren größten sportlichen Triumph nicht im Trikot ihres Heimatlandes feiern konnten. Sein Leben endete am 18. Oktober 1959 im Hinterzimmer eines schäbigen Cafés im Pariser Vorort Saint-Denis auf nie richtig aufgeklärte Weise.

Drei Tage nach der Vollendung des 61. Lebensjahres wurde der große Läufer ermordet. Man weiß nicht genau, ob er von Mitgliedern der algerischen Befreiungsbewegung FLN ums Leben gebracht wurde, weil er sich geweigert hatte, sie in ihrem Kampf zu unterstützen oder ein Familienstreit sein Leben auslöschte.

Gustav Schwenk im Marathonprogrammheft 2008 des METRO Group Düsseldorf Marathon